79567981 Interview mit Oberbürgermeister Thomas Eiskirch – here in Bochum

Interview mit Oberbürgermeister Thomas Eiskirch

Der Ehrenfelder
Bochums erstes Online-Flüchtlingsmagazin
September 26, 2016
ahmad-und-shareef
Ahmads und Shareefs Weg nach Bochum
September 26, 2016
 

Interview mit Oberbürgermeister Thomas Eiskirch

mit „here“-Redakteuren Qamar, Mahmod und Aliou



Mahmod: Herr Eiskirch, können Sie unseren Lesern etwas über sich erzählen? Sie wollen Sie besser kennenlernen.

Ich bin 45 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Eine Tochter und einen Sohn, die gehen zur Schule. Ich lebe schon lange in Bochum. Zum Oberbürgermeister bin ich erst vor zehn Monaten gewählt worden. Ich bin Politiker geworden, weil ich es wichtig finde, sich für die Demokratie zu engagieren. Deutschland darf niemals in eine Situation zurückfallen, in der eine Person alles allein entscheidet. Demokratie ist das beste Gesellschaftsbild. Das passt durchaus zur Situation in vielen Ländern, aus denen Menschen gerade flüchten.

Mahmod: Ja, das stimmt. Ich zum Beispiel komme aus Syrien.

Viele Gleichheitsgrundsätze vom Leben miteinander gibt es in diesen Ländern nicht. Ich glaube an eine Gesellschaft, in der jeder seine Meinung sagen darf, die Justiz unabhängig ist und jeder die gleichen Rechte hat.

 

„Ich verstehe mich als Sprachrohr für die Bochumer Gesellschaft und unserer demokratischen Gesellschaft.“

 

Mahmod: Können Sie unseren Lesern erklären, welche Aufgaben ein Oberbürgermeister hat?<

Ja, das sind eigentlich drei Aufgaben.

Mahmod: Nur drei Aufgaben?

(lacht) Genauer gesagt, sind es drei Bereiche. Aufgaben sind es vielmehr. Zum Einen leite ich eine große Verwaltung mit 6.000 Beschäftigten. Die sind für alles zuständig, was das öffentliche Zusammenleben in Bochum prägt: Sie kümmern sich darum, dass die Straßen möglichst sauber sind, dass es genug Kindergärten und Schulen gibt, dass Genehmigungen ausgestellt werden, um neue Häuser und Wohnungen zu bauen. Und natürlich, dass es öffentliche Angebote für Sprachkurse gibt. Der zweite Bereich umfasst, diese Stadt und ihre Menschen zu repräsentieren – nach innen und nach außen. Der dritte Bereich beinhaltet, die Entwicklung Bochums mitzugestalten und deutlich zu machen, wo unsere Gesellschaft hin möchte. Als Oberbürgermeister achte ich darauf, dass bestimmte Tendenzen nicht Überhand gewinnen: beispielsweise Anfeindungen von Rechts. Ich verstehe mich als Sprachrohr für die Bochumer Gesellschaft und unserer demokratischen Gesellschaft.

Mahmod: Das sind sehr viele Aufgaben!

Ja, aber es macht Spaß!

Mahmod: Danke für deine, oh, für IHRE Antworten! Das war alles was ich wissen wollte, aber meine Kollegen möchten Sie noch etwas fragen.

Wer ist jetzt dran? Lachen.

 
 

Qamar: Ich habe eine wichtige Frage. Viele Flüchtlinge müssen lange auf das Interview für den Asylantrag warten. Ich bin seit eineinhalb Jahren in Deutschland. Und erst nach einem Jahr habe ich die Aufenthaltsgestattung bekommen. Jetzt warte ich auf das zweite Interview. Was tun Sie, damit das schneller geht?

Wir als Stadt können die Interviews leider gar nicht führen. Das ist Aufgabe des BAMF, des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge. Nach langen Gesprächen hat das BAMF in Bochum eine eigene Außenstelle eingerichtet, hier an der Essener Straße. Außerdem stellt es jetzt mehr Interviewtermine zur Verfügung. Wir hoffen, dass wir bis zu den Herbstferien sicherstellen können, dass alle Geflüchtete, die in Bochum leben, einen Aufenthaltsstatus bekommen und damit an Sprachkursen teilnehmen können. Wir sind dann wahrscheinlich die erste Stadt im Ruhrgebiet, in der jeder Geflüchtete, der der Stadt zugewiesen ist, auch seine Interviews geführt hat. Wie es dann mit der zweiten Interviewrunde weitergeht, das kann ich im Moment nicht sagen. Aber ich denke, auch da werden wir schneller werden.

Qamar: Integrationskurse sind meist für die Leute, die aus Ländern, wie Syrien, Irak, Iran und Eritrea kommen. Ich komme aus Pakistan. Ich lebe hier, ich möchte lernen und mich integrieren. Aber ich habe keine Chance zu. Ich muss meine Deutschkurse selbst bezahlen. Aber nicht alle Leute können das. Aber das Recht zu lernen, gilt für alle Leute, egal aus welchem Land sie kommen.

Für die Integration stehen derzeit nur beschränkte Gelder und Kapazitäten zur Verfügung. Die konzentrieren sich erst einmal auf diejenigen, die lange hier bleiben werden. Es gibt viele Gründe zu flüchten: Das sind humanitäre Gründe oder Verfolgung. Ich kann auch rein wirtschaftliche Gründe oder eine bessere Lebensperspektive für die eigenen Kinder sehr gut nachvollziehen. Trotzdem gibt es in Deutschland Gründe, die dazu berechtigen, Asyl zu bekommen und Gründe, die nicht ausreichen, um dauerhaft hier zu bleiben. Das sind Vorgaben, die auf Bundesebene entschieden werden. Das ist für den Einzelnen kein schönes Gefühl. Das kann ich verstehen. Aber wir gehen auch mit Geflüchteten, die keine hohe Bleibewahrscheinlichkeit haben, gut in Bochum um.

Qamar: Ich verstehe. Das ist eine andere Sichtweise.

Es gibt immer eine eigene Sicht auf ein Thema und die von der anderen Seite. Ich möchte die Regelungen nicht schönreden. Aber als Stadt müssen wir uns an die Vorgaben halten. Wir haben nur eine begrenzte Anzahl an Sprachkursplätzen. Deshalb müssen wir eine Reihenfolge festlegen. Und wir haben versucht Kriterien zu finden, die nachvollziehbar sind. Das heißt nicht, dass sie für den Einzelnen gerecht sind.

Qamar: Mir ist es wichtig, mich zu integrieren. Ich möchte arbeiten und kein Geld vom Sozialamt bekommen. Was tun Sie, damit wir Arbeit bekommen?

Es wird eine der ganz großen Herausforderungen sein, dass die Menschen, die zu uns geflüchtet sind, möglichst schnell in geregelte Arbeitsverhältnisse kommen. Das ist für die Würde und das Selbstwertgefühl jedes Einzelnen wichtig, seinen Lebensunterhalt selbst zu bestreiten.

Mahmod: Ja, das ist mir auch wichtig. Aber dafür muss ich gut deutsch sprechen.

Deshalb müssen wir davon wegkommen, zuerst deutsch zu lernen und erst danach eine Ausbildung zu beginnen, sondern beides muss verzahnt werden. Das spart ungeheuer viel Zeit und die Geflüchteten stehen schneller auf eigenen Füßen. Es ist unsere Aufgabe, dafür Strukturen anzubieten. Und die entwickeln wir gerade.

 

„Die Willkommenskultur in Bochum hat mich von Anfang an sehr berührt. Quer über das Stadtgebiet verteilt, gab es eine unglaubliche Vielzahl von Menschen, die ihre Herzen aufgemacht und geholfen haben.“

 

Aliou: Ich habe auch noch Fragen Herr Eiskirch. Was denken Sie über die Integration von Flüchtlingen in Bochum?

Die Willkommenskultur in Bochum hat mich von Anfang an sehr berührt. Quer über das Stadtgebiet verteilt, gab es eine unglaubliche Vielzahl von Menschen, die ihre Herzen aufgemacht und geholfen haben. Sie gaben Sprachunterricht, spendeten Sachen, spielten mit Kindern. Selbst als Kritik an der Flüchtlingspolitik aufkam, haben sich die Menschen engagiert und schützend vor die Geflüchteten gestellt. Unsere Aufgabe als Stadt ist es, dieses ehrenamtliche Engagement beizubehalten und diese Menschen zu motivieren, weiterzumachen.

Aliou: Was muss Ihrer Meinung nach noch verbessert werden?

Wir müssen die Integration weiter unterstützen. Seit dem Sommer gibt es das Mentoring-Programm InCharge, eine Initiative der IHK Mittleres Ruhrgebiet. Mitarbeiter von Ruhr-Universität, Hochschule, Unternehmen, Gewerkschaften, Arbeitsagentur, JobCenter und Kirchen unterstützen Geflüchtete ins Arbeitsleben zu kommen: Welche Berufsbilder gibt es? Wie bewirbt man sich? Ein Team aus Mentor und Geflüchtetem trifft sich regelmäßig drei Monate lang und beschäftigt sich mit verschiedenen Fragen: Wie kann ich in dieser Gesellschaft ankommen? Wie kann ich einen Beruf erlernen? Bochum ist die erste Stadt in NRW, die das in dieser Großflächigkeit anbietet.

Aliou: Es gibt viele junge Flüchtlinge in Bochum, die viel länger als ich hier sind, also vier oder fünf Jahre. Sie wissen nicht, welche Zukunft sie in Deutschland haben, obwohl sie integriert sind. Ich zum Beispiel komme aus Guinea. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt Asyl bekomme. Aber wir sind hier, wir sind jung.

Es gibt die Geflüchteten mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit und die mit geringer. Und es gibt es die Gruppe dazwischen. Pakistan und Guinea, wo Sie und Qamar herkommen, kann man nicht eindeutig zuordnen. Deshalb ist jedes Asylverfahren sehr individuell und die Wahrscheinlichkeiten, wie sie ausgehen sind sehr unterschiedlich. Leider können wir das in Bochum nicht ändern, sondern nur das BAMF. Wir als Stadt können nur helfen, die Wartezeit möglichst gut zu gestalten.

Aliou: Was muss ich tun, um hier zu bleiben? Das beschäftigt mich jeden Tag in meinen Kopf. Ich kann nicht richtig schlafen. Ich möchte hier bleiben, denn in meiner Heimat habe ich keine Zukunft.

Ich verstehe, dass die Situation schlaflose Nächte verursacht. Aber das beschleunigt die Verfahren nicht und beeinflusst sie auch nicht. Was Sie tun können ist, sich auf die Situation einzulassen und zu versuchen, die Zeit hier so gut wie möglich zu nutzen: Lernen Sie, machen Sie eine Ausbildung. Davon profitiert man auch, wenn man nicht hier bleiben kann. Denn dann kommt man mit Können und Wissen in sein Heimatland zurück. Das hilft nicht bei den schlaflosen Nächten. Das verstehe ich total. Aber ich glaube, es hilft auf jeden Fall fürs Leben.

 

„Ich sage ihnen, lernt die Menschen im normalen Leben kennen! Integration funktioniert nur dann, wenn der oder die Geflüchtete nicht anonym, sondern Mitmenschen sind.“

 

Aliou: Meine letzte Frage: Was sagen Sie den Bochumer Bürgern, damit sie Flüchtlinge akzeptieren?

Ich sage ihnen, lernt die Menschen im normalen Leben kennen! Integration funktioniert nur dann, wenn der oder die Geflüchtete nicht anonym, sondern Mitmenschen sind. Ich finde das super, wenn Geflüchtete zum Beispiel in Fußballvereinen mitmachen. Viele Bürger fühlen sich überfordert mit der Flüchtlingssituation. Aber wenn man mal konkret fragt: Was wisst ihr denn persönlich von Geflüchteten? Wo habt ihr denn schon mal welche getroffen? Dann wird es meistens ganz still. Sie haben keine eigenen negativen Erfahrungen gemacht, sondern nur Vorstellungen davon, welche sie machen könnten. Deshalb ist der persönliche und direkte Kontakt mit Geflüchteten so wichtig. Das ist der Appell an die Gesellschaft. Das ist aber auch der Appell an die Geflüchteten, sich darauf einzulassen: Geht in die Sportvereine! Geht dahin wo die Leute sind und kommt mit den Bürgern in Kontakt! Das ist das beste Mittel für eine funktionierende Integration.

 

English

 

Interview with Mayor Thomas Eiskirch

by Qamar, Mahmod and Aliou reporters for “here”



Mahmod: Mr Eiskrich, could you tell our readers something about yourself? They would like to get to know you better.

I am 45 years old, married and I have two children – a daughter and a son who are still in school. I have been living in Bochum for a long time. Only ten months ago I was elected mayor. I became a politician because I think it is important to commit oneself to democracy. Germany ought never to fall back into a situation in which only one person decides everything on his own. Democracy is the best social system. This is actually comparable to the situation in many countries from which people are fleeing currently.

Mahmod: Yes, that is true. I, for example, am from Syria.

A lot of the basic principles of equality do no longer exist in these countries. I believe in a social system in which everyone has the right to voice his opinion, the judiciary is independent and everyone has the same rights.

 

"I understand myself as a mouthpiece for the Bochumer public and our democratic society."

 

Mahmod: Could you tell our readers what the tasks of a mayor are?

Yes, there are three fundamental tasks.

Mahmod: Only three tasks?

(laughs) To be more precise, there are three different fields. There are a lot more duties. First, I manage a big administration with 6.000 employees. They are responsible for everything that concerns public life in Bochum: they make sure that the streets are clean, that there are enough kindergartens and schools, that permissions are being issued to build new houses and flats. And of course that there are enough public services for language courses. The second field compromises the responsibility to represent this city and its citizens – internally and externally. The third field involves the shaping of the development of the city and to demonstrate where our city wants to go. As mayor, I watch out that certain tendencies do not prevail: for example, harassments from the right. I understand myself as a mouthpiece for the Bochumer public and our democratic society.

Mahmod: These are actually quite a lot of tasks!

Yes, but it is also a lot of fun.

Who is next?

Laughing.

 
 

I have an important question. A lot of refugees have to wait a long time for the interview to file their application for political asylum. I have been in Germany for one and a half years now. And it took one year to get a residence permit. Now I am waiting for the second interview. What are you doing to quicken this process?

We, as the city of Bochum, unfortunately, cannot conduct these interviews. This is the responsibility of the BAMF, of the Federal Office for Migration and Refugees. After long-running conversations, the BAMF set up its own branch in Bochum, here in the Essener Straße. Furthermore, it offers more interview appointments now. We hope that we will be able to guarantee all refugees in Bochum to have their residence status by the autumn holidays, in order for them to participate in language courses. By then, we will probably be the first city in the Ruhr Area in which every refugee, who has been allocated to the city, had his asylum interview. How things will develop regarding the second interview, I cannot say right now. But I think we will also see progress there.

Qamar: Integration courses are mostly for people from countries like Syria, Iraq, Iran and Eritrea. I am from Pakistan. I am living here, I am learning and I am integration myself into society. But I have no chances. I have to pay my German language courses myself. But not everyone can do that. Yet, everyone has the right to learn, no matter which country they are from.

At the moment there are only limited funds and capacities available for the integration process. These concentrate on those people who have a perspective to stay here for a long time. There are many reasons to flee from a country: for humanitarian reasons or persecution. I can also understand economical reasons and the wish for better prospects on life for one’s children. Nevertheless, there are causes that entitle someone to seek asylum in Germany, and there are causes that are not sufficient to guarantee a lasting residence permit. These are standards set at federal level. For the individual person this is obviously a bad situation. I can understand that. But we treat all refugees, even those who do not have a prospect of long-term residence, well in Bochum.

Qamar: I understand. This is a different point of view.

There is always one’s own perspective on a topic and one from the other point of view. I do not want to gloss over the regulations, but as a city we have to abide by the regulations. We only have a limited number of places in the language courses. This is why we have to set a certain order. And we have tried to find criteria that are comprehensible. This is not to say that they are fair for every individual.

Qamar: For me, it is important to integrate myself into society. I want to work and do not want to get money from social welfare. What do you do to get us into work?

It is going to be one of the biggest challenges to quickly find adequate working places for the refugees that came to us. This is important for the dignity and self-esteem of everyone – to be able to earn their own living.

Mahmod: Yes, this is important for me as well. But first I have to speak German fluently.

This is why we have to get over the practice that refugees are first learning German in class and only after that can start an apprenticeship – we have to link these two processes together. This saves a lot of time and helps to get refugees on their own feet sooner. It is our task to provide structures for that. And these structures we are developing right now.

 

"The welcoming culture here in Bochum moved me from the very beginning. Throughout the city, there were so many people who opened their hearts and helped."

 

Aliou: I also have a few questions, Mr Eiskirch. What do you think about the integration of refugees in Bochum?

The welcoming culture here in Bochum moved me from the very beginning. Throughout the city, there were so many people who opened their hearts and helped. They gave language lessons, donated, and played with the children. Even when criticism concerning the refugee policies arose, people continued to volunteer and to stand with the refugees protectively. Our task as the city of Bochum is to motivate these people to continue volunteering.

Aliou: What do you think has still to be improved?

We have to continue to support the integration process. Since the summer, there is the mentoring program InCharge, an initiative by the IHK Mittleres Ruhrgebiet – the Chamber of Commerce and Industry of the Ruhr Area. Employees of the Ruhr-University, colleges, companies, trade unions, job agencies, and churches support refugees to start a professional career: Which occupational profiles are there? How does the application process work? A team of mentors and refugees meets up regularly for three months and deals with different questions: How can I become part of society? How can I learn a profession? Bochum is the first city in North-Rhine-Westphalia that is providing this service on a large scale.

Aliou: There are a lot of young refugees in Bochum and they have been here for a much longer time than me, for four or five years. They do not know if they have a future in Germany, even though they are integrated. I, for one, am from Guinea. I do not know if I get granted asylum. But we are here, we are young.

There are refugees who have a high chance to get the right of residence granted and there are some for whom the chances are lower. And there is the group of people in-between, people from Guinea or Pakistan, like you and Qamar, where the cases are ambiguous. This is why every asylum procedure is personalised and their outcomes vary. Unfortunately, we cannot change this here in Bochum, only the BAMF can do that. We, as the city of Bochum, can only try to help to organise the waiting period in a positive manner.

Aliou: What do I have to do in order to stay here? This is worrying me in my mind every day. I cannot sleep well. I want to stay here, because I have no future in my home country.

I understand that this situation causes sleepless nights. But this does not speed up your asylum proceedings and this does not influence your situation. The only thing that you can do is to engage with situation and to try to use your time here as efficient as possible: Learn, start an apprenticeship. You will profit from your education even though you may not be allowed to stay here. Then you will return to your home country with new knowledge and skills. This is not going to help you with the sleepless nights. I get this. But I do believe that this is going to help you in your life.

 

"I will tell them to go and get to know the people in everyday life. Integration only works if refugees are not perceived as anonymous, but as fellow human beings."

 

Aliou: My last question: What do you tell the citizens of Bochum so that they accept the refugees in the city?

I will tell them to go and get to know the people in everyday life. Integration only works if refugees are not perceived as anonymous, but as fellow human beings. I think it is great if refugees, for example, join a football club. A lot of citizens feel overwhelmed by the current situation. But if you ask them directly: What do you know personally about refugees? Where did you meet refugees? Then they turn quiet. They did not have any negative personal experiences with refugees, but only conceptions about negative situations they might experience. This is why the personal and direct contact with refugees is so important. This is the appeal to the public. But this is also the appeal to the refugees to get involved: Go to the sport clubs! Go where you can meet people and get into contact with them. This is the best way for integration to work.