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Rojava

Nesrin erinnert an die Geschichte Westkurdistans


 

روچ آفا

نسرين تذكر تاريخ كوردستان الغربية


Hallo, große Welt. Ich möchte mich gerne vorstellen. Mein Name ist Rojava, ich bin über zehn Jahrzehnte alt. Ein französischer Leutnant hat mir geholfen, mich zu entwickeln. In mir wuchsen Syrer, Araber, Armenier und Kurden auf. Sie haben mich Stadt des Friedens und der Liebe genannt. Ich bin in einer ruhigen, einfachen und schönen Umgebung aufgewachsen. Ich selbst habe Generationen, Glaubensgemeinschaften und Bewegungen ganz verschiedener Richtungen großgezogen. In mir hörte man das Rufen des Imam und die Glocken der Kirchen Christi läuteten. Ich wurde von einer Mutter namens Syrien adoptiert, aber ihre anderen Kinder haben mir meine einfachsten Rechte weggenommen. Eines Tages hat mich die ganze Welt in einem Augenblick verlassen. Der Verwandte stach mir vor dem Fremden in den Rücken. Meine Verbündeten verrieten mich im Krieg, in meiner größten Not. Jetzt habe ich keinen Verbündeten, um mir und meinem Volk zu helfen. Mein Verwandten, meine Landsleute ließen mich im Stich und bewegten sich nicht, um mich zu retten. Ich bin diejenige, die zu Liebe und Frieden in der Welt aufgerufen hat. Ich bin diejenige, die den Westen aus der Wildnis gebracht hat. Ich sehe sie jetzt reden, schreien und rechtfertigen. Sie stehen da und küm- mern sich nicht um mich und meine unterdrückten Menschen. Fremde beginnen, zu plündern, was in mir ist und vergewaltigen mein Land, meine Erde. Es ist, als ob ich alleine wäre in dieser Galaxie: Die Welt kennt mich nicht.

In Nesrins kreativem Beitrag gibt sie der Region Rojava Stimme und Gesicht. Rojava ist ein kurdisches Wort und bedeutet Sonnenuntergang. Die Region ist seit 2016 auch als Westkurdistan oder Demokratische Föderation Nord- und Ostsyrien bekannt und liegt an der Grenze zur Türkei. Für ihren Beitrag zieht Nesrin die Geschichte der Region hinzu:
Nach der Auflösung des Osmanischen Reiches (1918) befand sich Syrien zunächst unter französischer Verwaltung, in Nesrins Text dargestellt durch den “französischen Leutnant”. Die Franzosen halfen dabei, die zuvor relativ isolierten Gemeinschaften im Norden zu Städten zu organisieren. Dort lebten auch damals schon viele Kurden. Diese Gruppe, die historisch verfolgt und diskriminiert wurde, machen etwa 10-15 % der syrischen Bevölkerung aus. Im Rahmen einer Volkszählung sprach Syrien 1962 vielen Kurden die Staatsbürgerschaft ab und über 100.000 Kurden sind bis heute staatenlos und damit ohne Rechte.

Text: Nesrin
 
مرحباً أيها العالم الكبير ،
أود بكل سروراً أن أعرفكم عن نفسي !!
إسمي روچ آفا، أبلغ من العمر أكثر من عشر عقود من الزمن. أحد الملازمين الفرنسيين قام بإنشائي.
ترعرع في داخلي السريان والعرب والأرمن والأكراد.
نادوا لي بمدينة السلام والمحبة. نشأتُ ببيئة بسيطة وهادئة وجميلة. ربيتُ أجيالاً وطوائفاً وعروقاً من كل أطياف العالم.سمع بداخلي صوت أنين الإسلام وقرعت أجراس كنائس المسيح.
تبنتي أمٌ إسمها سوريا، ولكن أطفالها قاموا بحرماني من أبسط حقوقي.
وفي يوماً من الأيام تخلى عني العالم بأسره في لحظة، طعن القريب قبل البعيد ظهري.
خانني حلفائي في أقسى لحظات حربي وحاجتي. أهلي لم يتركوا لي حليفاً لمساعدتي. أقارب عرقي وقوميتي خذلوني ولم يحركوا ساكناً لإنقاذي. أنا التي دعوت للسلام في العالم، أنا التي خلصت الغرب من المتوحشين. أراهم الآن يتكلمون ويصرخون ويصرحون وهم واقفون لا يكترثون لي ولشعبي.
بدأ الغرباء بنهب مابداخلي وإغتصاب أرضي وترابي.
لم يعترف بي العالم يوماً وكأنني خلقتُ وحيدةً في هذه المجرة.

في مقال نسرين الإبداعي ، تعطي صوتًا ووجهًا لمنطقة روچ آفا. روچ آفا هي كلمة كردية وتعني غروب الشمس . تُعرف المنطقة أيضًا باسم كوردستان الغربية أو الاتحاد الديمقراطي لشمال وشرق سوريا منذ عام 2016 وتقع على الحدود مع تركيا. من اجل المقال ، تتكلم نسرين عن تاريخ المنطقة:
بعد تفكك الإمبراطورية العثمانية (1918) ،كما جاء في مقال نسرين كانت سوريا في البداية تحت الإدارة الفرنسي من قبل „الملازم الفرنسي“. ساعد الفرنسيون في تنظيم وتطوير المجتمعات المنعزلة نسبيًا في الشمال الى مدن. عدد كبير من الأكراد عاشوا بالفعل هناك في ذلك الوقت. هذه المجموعة ، التي تعرضت للاضطهاد والتمييز تاريخياً ، تشكل حوالي 10-15 ٪ من سكان سوريا. في إحصاء عام 1962 ، حرمت سوريا العديد من الأكراد من الجنسية ، وما زال أكثر من 100.000 كردي بلا جنسية ، وبالتالي بدون حقوق.