79567981 Nesrin und Avins Weg nach Bochum – here in Bochum

Nesrin und Avins Weg nach Bochum

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Shamus Weg nach Bochum
April 10, 2019
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Hibas Weg nach Bochum
April 10, 2019
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„Unser erstes Jahr in Deutschland war das allerschwierigste in unserem Leben“

Die Schwestern Nesrin und Avin durften eineinhalb Jahre nicht zur Schule gehen


 
 

Wir sind von unserer Heimatstadt Kamischli in den Libanon geflogen, von dort zwei Wochen später nach Polen. Ein Freund unserer Familie, der dort lebt, hat uns ein Besuchervisum organisiert und er wusste, dass wir weiter nach Deutschland wollten. Nach einer Woche sind wir mit dem Auto hierher gefahren. Es war eigentlich eine schöne und sichere Reise. Wir hatten keine Schwierigkeiten oder schlimmen Erlebnisse, wie viele andere Geflüchtete und kamen schließlich in Gummersbach an.

Ein Start ohne offiziellen Status

Unsere Schwierigkeiten fingen erst in Deutschland an. Ein Jahr lang haben wir keine Anerkennung als Geflüchtete bekommen. Das Problem: Als wir mit dem Flugzeug in Polen ankamen, wurden im Flughafen routinemäßig unsere Fingerabdrücke genommen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir nur eine syrische Familie mit einem Besuchervisum für Polen. Allerdings war für die deutschen Behörden Polen das Land, in dem wir zuerst als Geflüchtete registriert worden waren und damit galt für die Behörden das sogenannte Dublin-Abkommen.

Dieses erste Jahr in Deutschland war das allerschwierigste Jahr in unserem Leben, denn wir konnten unsere ersten Schritte nicht machen. Wir sind ein Jahr zu Hause geblieben und durften nicht zur Schule gehen. Wir haben immer gebetet, dass wir Sprachkurse besuchen dürfen und hätten sie sogar selbst bezahlt. Aber das Sozialamt hat es abgelehnt. Trotzdem haben wir nicht aufgegeben und uns die deutsche Sprache zu Hause selbst beigebracht – mit YouTube.

Die Suche nach dem Anschluss

Das hat uns sehr geholfen und wir haben damit Zeit gespart. Als wir endlich unsere Anerkennung bekommen haben, sind wir zur Schule gegangen und sind direkt mit dem Sprachniveau B1 eingestiegen. Trotzdem war es schwer für uns, weil wir direkt in einer normalen Schulklasse angefangen und die Sprache noch nicht richtig beherrscht haben. Außerdem fühlten wir uns allein, denn wir hatten noch keine Freunde.

Es gab wirklich viele Schwierigkeiten, weil alles neu und anders war: die Schule, das Schulsystem, die Freundschaften und alles darum herum. Wir hatten nicht nur in der Schule Probleme, sondern auch im Kontakt mit den Menschen. Wir sind sehr kontaktfreudig und die Deutschen ein bisschen zurückhaltend. Dadurch sind wir auch zurückhaltender geworden – das war sehr schade und hat uns traurig gemacht.

Ein Neuanfang in Bochum

Auch deshalb haben wir uns entschieden, nach Bochum umzuziehen. Mein Cousin hat für uns hier in Bochum eine Wohnung gefunden. Hier haben wir ein halbes Jahr gewartet, bis wir zur Schule gehen konnten. Das war ein Nachteil für uns. Aber die Menschen in Bochum sind offener und freundlicher als in Gummersbach, wo wir zuerst gelebt haben. Als wir und auch unser Bruder endlich zur Schule gehen konnten, haben wir uns richtig angestrengt, damit wir nicht sitzen bleiben. Denn wir hatten ja schon so viel Zeit verloren.

Aber es hat sich gelohnt! Wir haben es alle drei geschafft. Uns war das besonders wichtig, denn Bildung spielt in unserer Familie eine große Rolle: Meine Mutter ist Ingenieurin und mein Vater Arzt. Wir und auch unser Bruder wollen ebenfalls Ärzte werden. Dafür brauchen wir einen sehr guten Schulabschluss. Es ist natürlich schwer für uns als Ausländer, die erst seit drei Jahren hier in Deutschland sind. Aber trotzdem geben wir nie auf und versuchen, unser Bestes zu geben, um unsere Ziele zu erreichen.

Text: Nesrin & Avin Lektorat: Jan Übersetzung: Nesrin

 
 
 
 

„كان عامنا الأول في ألمانيا الأصعب على الإطلاق في حياتنا“

الأختين نسرين و آفين اللتين لم يُسمح لهما لمدة عام ونصف بالذهاب إلى المدرسة


 
 

بدأت رحلتنا بالسفر من مدينة القامشلي إلى لبنان وبعد أسبوعين ذهبنا بالطائرة إلى بولندا حيث يوجد لنا هناك صديق للعائلة ، هو من نظم لنا فيزا زيارة إلى بولندا و كان على علم أن وجهتنا إلى ألمانيا . بعد أسبوع أتينا بالسيارة إلى ألمانيا ، كانت رحلة ممتعة و مضمونة ، لم نواجه أي صعوبات أو مخاوف مثل بقية اللاجئين.

ولكننا واجهنا صعوبات بعد قدومنا إلى ألمانيا ، حيث بقينا دون إقامة لمدة عام كامل لأن بصماتنا أخذت في مطار بولندا ، وفي ذاك الوقت كانت ألمانيا ترفض لجوء كل من له بصمة في أي دولة أوروبية وفقاً لقانون دبلن . وكانت تلك السنة أصعب سنة مررنا بها في حياتنا لأننا لم نستطع أن نخطوا خطواتنا الأولى ، حيث بقينا سنة كاملة بدون مدارس مع العلم أننا كنا نطالب دائماً بالذهاب إلى دورات اللغة الألمانية حتى ولو كانت على حسابنا . لكنهم كانوا يرفضوا طلبنا ، ولكننا لم نستسلم وتعلمنا المراحل الأولى من اللغة في المنزل بمفردنا مع اليوتيوب .

هذه الخطوة أفادتنا كثيراً و اختصرت طريقنا في تعلم اللغة الألمانية .

وأخيراً بعد حصولنا على الإقامة استطعنا الذهاب إلى المدارس و بدأنا مباشرةً بتعلم اللغة من مستوى B1 ، مع ذلك واجهنا بعض الصعوبات لأن لغتنا لم تكن كافية بعد للدخول في الصفوف مع الطلاب الألمان ، بالإضافة إلى ذلك كنا نشعر بالوحدة لأنه لم يكن لدينا أصدقاء بعد .

لقد واجهنا حقاً صعوبات كثيرة لأن كل شيء كان جديداً و مختلفاً : المدارس ونظامها وتكوين الصداقات وأمور كثيرة أخرى .

لم تقتصر صعوباتنا فقط في المدارس بل أيضاً بالتعامل مع الناس ، نحن بطبيعتنا أشخاص اجتماعيين كثيراً ولكن الألمان ليسوا كذلك و بذلك أصبحنا نحن أيضاً متحفظين بالتعامل معهم وهذا شيء مؤسف . بعد ذلك قررنا المجيء إلى مدينة بوجود حيث لدينا أقارب فيها .

إبن خالتي وجد لنا بيت في بوخوم ، وهنا انتظرنا أيضاً نصف سنة بدون مدارس وكان لهذا تأثير سلبي علينا مجدداً ، ولكن الناس في بوخوم منفتحين و اجتماعيين أكثر من مدينة غومرسباخ . غومرسباخ كانت أول مدينة عشنا فيها في ألمانيا . عندما بدأنا بالذهاب إلى المدارس بشكل نظامي بذلنا جهداً كبيراً كي نجتاز سنوات الدراسة بسرعة لأننا أضعنا ما يكفي من الوقت .

والحمدلله لم تذهب جهودنا نحن الثلاثة سدى ، وكان ذلك مهم جداً لنا لأن التعليم شيء أساسي في عائلتنا ، كون والدتنا مهندسة و والدنا طبيب ، نود نحن أيضاً أن نصبح أطباء في المستقبل ، لهذا السبب نحتاج علامات عالية في البكلوريا وهذا أمر ليس بسهل علينا كعائلة موجودة هنا في ألمانيا قبل ثلاث سنوات فقط . مع ذلك لم ولن نستسلم وسوف نعمل بجد و نفعل ما بوسعنا كي نحقق أهدافنا .